Lehman Brothers - Die große Pleite

Autorin: Carla Röthig
Interviews: Marc Brost, Raymond Ley
Kamera: Dominik Berg, Thoas Förster
Schnitt & Grafik: Konstantin Gramalla
Tonmischung: Kai Hoffmann
Bildbearbeitung: Domingo Stephan
Produktion: Susanne Doerry, Philipp Landauer, Robert Malzahn (HR)
Produzenten: Tim Klimeš, Walid Nakschbandi
Redaktion (HR): Sabine Elke, Esther Schapira

Am 15. September 2008 musste das Bankhaus Insolvenz anmelden. Alle Rettungsversuche waren gescheitert, und vor allem in Deutschland verloren viele Kleinanleger ihre Ersparnisse.

In der hr-Dokumentation zum zehnten Jahrestag erinnern sich hochkarätige Gesprächspartner an die größte Pleite in der Geschichte der Wall Street und ihre Folgen. Es war ein denkwürdiges Wochenende, das am Freitag, dem 12. September 2008, seinen Anfang nahm. An diesem Abend lud der amerikanische Finanzminister Henry Paulson alle Größen der Wall Street in die New Yorker Zentralbank ein. Das Thema damals: der drohende Absturz von Lehman Brothers, seinerzeit die viertgrößte Investmentbank der Welt, eine der Säulen der amerikanischen Finanzwirtschaft.

Am Ende stand, nach vielen Diskussionen, Verhandlungen und eilig konzipierten Rettungsplänen, letztendlich dennoch die Insolvenz von Lehman Brothers. Damit war ein bis dahin gültiger Grundsatz der Finanzwirtschaft am Ende: too big to fail, zu groß, um zu scheitern, hieß es vor dem Lehman-Crash noch, wenn es darum ging, ob ins Wanken geratene Bankhäuser durch staatliche Hilfe gestützt werden sollten. Kurz zuvor erst waren in den USA mit den halbstaatlichen Bankhäusern Fannie Mae und Freddie Mac zwei Finanzdienstleister mit Steuerzahler-Milliarden gerettet worden.

Bei Lehman Brothers gab es keine Hilfe mehr. Und so erzählt die Pleite auch viel über die damalige Zeit, über ein Finanzsystem, das außer Kontrolle geraten war – und über eine Bevölkerung, die in ihrem Vertrauen in Politik und Eliten zutiefst erschüttert wurde. Der Zusammenbruch des Bankhauses traf gerade in Deutschland auch viele Menschen, die ihr Geld in vermeintlich sicheren Zertifikaten angelegt hatten und nun erleben mussten, wie etwa ihre Altersvorsorge buchstäblich über Nacht verloren ging.

Anlässlich des zehnten Jahrestages blickt die dreißigminütige Dokumentation zurück und lässt entscheidende Player, wie etwa Ex-Lehman-Kommunikationschef Andrew Gowers oder den ehemaligen Deutschland-Chef von Lehman, Karl Dannenbaum, zu Wort kommen. Der Film von Carla Röthig rekapituliert zudem das Crash-Wochenende und lässt viele der damals beteiligten Beobachter, wie etwa den damaligen Finanzminister Peer Steinbrück oder Jean-Claude Trichet, ihre Eindrücke der entscheidenden 48 Stunden schildern.

Steinbrück erinnert sich: “In dem Augenblick, wo uns die Nachricht erreicht hat, (…) war allen völlig glasklar (…), dass das der Trigger sein könnte für eine Erschütterungsdynamik.” Eine Erschütterungsdynamik, die dennoch nicht so lehrreich war, wie sie hätte sein sollen? Im Interview mit dem Filmteam gibt Jean-Claude Trichet zu bedenken: „Es war eine verheerende Mischung aus fehlendem Durchblick und mangelndem Risikomanagement, das diese Zeit ausgemacht hat. Ich fürchte allerdings, dass wir nicht alle Lehren aus unseren Fehlern gezogen haben, die wir zwingend hätten ziehen müssen.“

Weiterhin zu Wort kommen in dem Film der ehemalige Investmentbanker Leonhard „Lenny“ Fischer, der grüne Finanzpolitiker Gerhard Schick sowie betroffene Privatanleger der damaligen Lehman-Pleite. Wie konnte es so weit kommen, dass der Crash eines Bankhauses die gesamte Welt in eine Finanzkrise stürzte? Gab es wirklich keine Anzeichen? Und kann so etwas jederzeit wieder passieren?

color
http://ave-publishing.de/wp-content/themes/blake/
http://ave-publishing.de//
#009de0
style1
paged
Beitrag wird geladen
/homepages/15/d659463360/htdocs/clickandbuilds/AVEPublishing/
#
on
none
loading
#
Sort Gallery
http://ave-publishing.de/wp-content/themes/blake
on
no
yes
off
Enter your email here
off
off